Etihad Airways: Abu Dhabi´s neue Boutique Airline? Airline setzt auf Klasse statt Masse und auf die First Class

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Etihad Airways Neuausrichtung: Wie sich die Airline verändert hat

Etihad hat sich in den letzten Jahren von einem verlustreichen Wachstumsprojekt hin zu einer kleineren, fokussierten Boutique-Airline mit Premium-Anspruch entwickelt.

Ausgangslage: Überdehntes Wachstum

Etihad Airways verfolgte über Jahre eine aggressive Expansionsstrategie mit weltweiter Streckenausweitung und milliardenschweren Beteiligungen an Airlines wie etwa airberlin und Alitalia, die sich als Fehlinvestitionen erwiesen. Diese Strategie führte zu hohen Verlusten, einem überdimensionierten Streckennetz und einer zu großen, heterogenen Flotte. Die Krise der Partnerairlines zwang die Airlines aus Abu Dhabi, das Geschäftsmodell grundsätzlich zu hinterfragen und umzubauen.

Strategiewechsel: Kleinere, aber dafür „gesunde“ Airline

Ab etwa 2017/2018 begann Etihad Airways, sich neu aufzustellen und bewusst zur „kleineren, gesunden Airline“ umzubauen, häufig mit dem Begriff Boutique-Airline beschrieben. Dazu gehörten der Rückzug aus zahlreichen Randstrecken, die Aufgabe von Airline-Beteiligungen und eine starke Verkleinerung der Flotte und der Zahl der Ziele. Statt globaler Vollsortiments-Carrier will Etihad heute ein fokussierter Netzwerkcarrier mit klaren Kernmärkten (Golfstaaten, Indien, Asien, Europa, Nordamerika) sein.

Die Flotte: Schlanker, moderner und mehr „premiumorientiert“

Im Zuge dieses Umbaus hat Etihad Airways ältere und weniger effiziente Muster wie Teile der Boeing‑777-Flotte ausgemustert und die Gesamtzahl deraktiven Flugzeuge zeitweise fast halbiert. Parallel investierte die Airline verstärkt in moderne Typen wie Boeing 787, den Airbus A350 sowie den kleineren und sehr effizienten Airbus A321LR mit integrierter First Class und einer Business Class, die in einem Airbus A321 seinesgleichen sucht. Denn: Diese Flugzeugtypen passen besser zur Idee einer qualitativ hochwertigen, aber wirtschaftlich betriebenen Boutique-Airline. Premium-Flaggschiffe wie der Airbus A380 mit der extrem exklusiven „The Residence“-Kabine blieben als Symbol fürLuxus und Differenzierung im Markt erhalten.

Etihad Airways setzt bei der Flottenerneuerung vor allem auf modernere Großraumflugzeuge von Boeing und Airbus sowie auf effizientere Mittelstreckenjets.

Neue Boeing-Langstreckenjets

  • Etihad hat 28 zusätzliche Boeing-Großraumflugzeuge bestellt, eine Mischung aus Boeing 787 Dreamliner und Boeing 777X
  • Die Auslieferung dieser Flugzeuge ist ab etwa 2028 vorgesehen und dient u. a. dem Ersatz älterer Boeing 777 sowie der Kapazitätserweiterung bis 2030.

Neue Airbus-Langstreckenjets

  • Zusätzlich wurden 32 neue Airbus-Großraumflugzeuge geordert: A350-1000, A350F (Frachter) und erstmals der Airbus A330-900Neo.
  • Die A330-900Neo sollen ab 2027 geliefert werden und vor allem im Mittelstrecken- und „kürzeren Langstrecken“-Segment (z. B. Europa, Teile von Asien und Afrika) eingesetzt werden.

Strategische Flottenziele

  • Mit den neuen Airbus- und Boeing-Orders summiert sich der aktuelle Großraum-Auftragsbestand auf 60 zusätzliche Widebodies, womit Etihad Airways eine der modernsten und flexibelsten Langstreckenflotten aufbauen möchte.
  • Insgesamt plant die Airline, ihre Flotte bis Anfang der 2030er Jahre deutlich zu vergrößern (Richtwert etwa Verdopplung bis 2030) und setzt dabei auf Treibstoffeffizienz, geringere Emissionen sowie ein hochwertiges Kabinenprodukt.

Produkt & Positionierung: Boutique statt Massencarrier

Etihad Airways positioniert sich zunehmend über ein hochwertiges Bordprodukt, designorientete Kabinen und personalisierten Service, statt über schiere Größe. Beispiele sind die luxuriösen First-Class-Kabinen und „The Residence“ im A380, die neue Business Class im 787 Dreamliner sowie eigene luxuriöse Lounges am Drehkreuz in Abu Dhabi. Auch Zwischenprodukte wie eine aufgewertete Economy und spezielle Tarifkonzepte zeigen, dass man feiner segmentieren und gezielt zahlungsbereite Kundengruppen ansprechen will – das ist typisch für eine Boutique-Positionierung.

Netzwerk & Partnerschaften: Qualität vor Quantität

Statt selbst überall hinzufliegen, setzt die Airline heute stärker auf Partnerschaften, unter anderem mit großen Gruppen wie der Air France-KLM, der deutschen Condor und sogar mit dem langjährigen Rivalen Emirates. Das Hub in Abu Dhabi wurde gezielt als angenehme, hochwertige Umsteigeplattform ausgebaut, mit Fokus auf Verbindungen zwischen Europa, Indien/Asien und Nordamerika. Wachstum soll nicht mehr über maximale Reichweite um jeden Preis kommen, sondern über profitable Frequenzen, neue Nischenziele und ein dreifaches Passagierwachstum bis 2030 auf Basis einer kontrolliert wachsenden Flotte. Qualität vor Quantität!

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